Person Immanuel Kant

Immanuel Kant (1724–1804) — Philosophie (Erkenntnistheorie, Ethik, Ästhetik)

Verortung: Deutscher Philosoph der Aufklärung, Begründer des transzendentalen Idealismus, einer der einflussreichsten und meistkommentierten Philosophen der Neuzeit überhaupt.

Hintergrund: Verbrachte praktisch sein gesamtes Leben in und um Königsberg, wo er zunächst als Privatdozent, später als ordentlicher Professor für Logik und Metaphysik lehrte. Seine sogenannte „Kritische Philosophie“, entwickelt vor allem in den 1780er Jahren, markiert einen Wendepunkt der neuzeitlichen Philosophie, indem sie zwischen rationalistischen und empiristischen Erkenntnistheorien vermittelt und die Grenzen menschlicher Vernunft selbst zum Gegenstand der Untersuchung macht.

Wichtigste Positionen & Erkenntnisse: Erkenntnis ist nach Kant durch a priori Formen der Anschauung (Raum, Zeit) und des Verstandes (Kategorien wie Kausalität oder Substanz) strukturiert. Der Mensch erkennt die Welt nie unmittelbar „an sich“ (das „Ding an sich“ bleibt unerkennbar), sondern stets vermittelt durch die Struktur des eigenen Erkenntnisvermögens. In der Ethik begründet er die Moral auf dem Kategorischen Imperativ – der Forderung, nur nach Maximen zu handeln, die man zugleich als allgemeines Gesetz wollen könnte –, unabhängig von Konsequenzen oder Neigungen.

Wichtigste Beiträge: Kritik der reinen Vernunft (1781/1787) – die Grundlegung der kritischen Erkenntnistheorie; Kritik der praktischen Vernunft (1788) – die Begründung der Moralphilosophie; Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (1785) – die kompaktere Herleitung des Kategorischen Imperativs.

Bezug zum Souveränitätskontext: Kant markiert den historischen Ausgangspunkt der im Beitrag skizzierten Linie „von Kant bis Habermas“ zur Duhem-Quine-These: Jede Unterscheidung zwischen nachhaltig und nicht nachhaltig wird durch eine – oft unreflektierte – theoretische „Linse“ strukturiert, ganz analog dazu, wie nach Kant jede Erkenntnis durch die Struktur des Erkenntnisvermögens vermittelt ist. Souveränität setzt daher nicht voraus, diese Linse loszuwerden, sondern sie sich bewusst zu machen und für Revision offenzuhalten.

Aus dem Personenglossar zum Vortrag „Nachhaltiges Wachstum als umkämpfte Ordnungskategorie“ (Robert Rossberger, Markus Grottke; XIII. Tagung für Praktische Philosophie, Passau, 24.–25.9.2026).

I am a free person

Mann blickt seitlich in warmes Licht vor einer ländlichen Szenerie – Sinnbild für innere Unabhängigkeit und Zugehörigkeit

Manche Sätze irritieren, weil sie sich keiner Seite zuordnen lassen. Ein Essay über Zugehörigkeit, Distanz und das Recht, dazwischen zu stehen.