Internationale Qualitätssicherung an der National Economics University in Hanoi
Im Rahmen meiner Gutachtertätigkeit für die Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA) war ich an der Begutachtung von sechs Studiengängen der National Economics University (NEU) Vietnam in Hanoi beteiligt.


Eine der führenden Wirtschaftsuniversitäten Vietnams
Die 1956 gegründete National Economics University gehört zu den führenden vietnamesischen Hochschulen in den Bereichen Wirtschaftswissenschaften, Management und Business Administration. Darüber hinaus ist sie ein bedeutendes Zentrum für wirtschaftspolitische Forschung, Beratung und Wissenstransfer.
Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse fließen unter anderem in die Beratung staatlicher Institutionen sowie in die strategische Entwicklung von Unternehmen ein.
Die Universität im Überblick
• rund 35.000 Studierende
• mehr als 1.200 Beschäftigte
• nationale und internationale Studienprogramme
• weltweite Hochschul- und Forschungskooperationen
• strategische Schwerpunkte in Digitalisierung und nachhaltiger Entwicklung
Die NEU unterhält wissenschaftliche Partnerschaften mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Europa, Asien, Nordamerika und Australien. Bis 2030 strebt sie eine vollständig autonome, multidisziplinäre und forschungsorientierte Hochschulstruktur sowie eine stärkere Position in internationalen Rankings an.
Qualitätssicherung als strategischer Entwicklungsprozess
Das Akkreditierungsverfahren war Teil der kontinuierlichen internationalen Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Studienangebots.
Im Mittelpunkt der Begutachtung standen insbesondere:
• die wissenschaftliche Qualität der Studiengänge
• die inhaltliche und strukturelle Gestaltung der Programme
• klar formulierte Qualifikations- und Kompetenzziele
• geeignete Lehr-, Lern- und Prüfungsformen
• die internationale Anschlussfähigkeit
• die Beschäftigungsfähigkeit der Absolventinnen und Absolventen
Akkreditierung sollte sich nicht auf die formale Überprüfung einzelner Kriterien beschränken. Ihr eigentlicher Wert liegt in der systematischen Reflexion und nachhaltigen Weiterentwicklung eines Studienprogramms.
Theorie und Praxis müssen dabei ineinandergreifen. Wissenschaftliche Fundierung, internationale Perspektiven und eine konsequente Orientierung an zukünftigen beruflichen Anforderungen bilden gemeinsam die Grundlage eines überzeugenden Studienangebots.
Dialog mit allen beteiligten Gruppen
Die Gespräche mit der Hochschulleitung, den Programmverantwortlichen, Lehrenden, Studierenden, Alumni und Vertretern der Berufspraxis ermöglichten eine differenzierte Betrachtung der Studiengänge.
Besonders deutlich wurde die strategische Bedeutung, welche die National Economics University folgenden Bereichen beimisst:
• internationale Qualitätssicherung
• kontinuierliche Verbesserung von Studium und Lehre
• anwendungsorientierte Kompetenzentwicklung
• Digitalisierung und Innovation
• internationale Hochschulentwicklung
Auch der Austausch innerhalb des internationalen Gutachterteams war ein wichtiger Bestandteil des Verfahrens. Unterschiedliche fachliche und institutionelle Perspektiven ermöglichten eine fundierte Beurteilung, die sowohl internationale Qualitätsstandards als auch den kulturellen, wirtschaftlichen und institutionellen Kontext der Universität berücksichtigte.
Mehr als formale Qualitätskontrolle
Die Gutachtertätigkeit in Hanoi bot Einblicke in zukunftsorientierte wirtschaftswissenschaftliche Studienprogramme und in die dynamische Entwicklung der vietnamesischen Hochschullandschaft.
Sie verdeutlichte erneut, dass internationale Akkreditierung weit mehr als eine formale Qualitätskontrolle ist. Sie schafft einen strukturierten Rahmen für:
• kritische Reflexion
• fachlichen und interkulturellen Dialog
• institutionelles Lernen
• internationale Vergleichbarkeit
• nachhaltige Hochschulentwicklung
Auf diese Weise trägt Akkreditierung dazu bei, akademische Qualität nicht nur zu dokumentieren, sondern sie gemeinsam weiterzuentwickeln.
