Digitale Transformation: Kultur, Strategie und Technologie

In: Gestaltung und Management der digitalen Transformation – Ökonomische, kulturelle, gesellschaftliche und technologische Perspektiven



Quellenangabe

Rossberger, R. J. (2019). Digitale Transformation: Kultur, Strategie und Technologie. In AKAD University (Ed.), Gestaltung und Management der digitalen Transformation – Ökonomische, kulturelle, gesellschaftliche und technologische Perspektiven (19-36 ). Wiesbaden: Imprint: Springer Gabler.


Abstrakt

Der Begriff „digitale Transformation“ ist in aller Munde. Dies ist nicht weiter verwunderlich, da diese nahezu alle Brachen betrifft und sich vielfach in sehr unterschiedlichen Zukunftserwartungen widerspiegelt. Daher konnte das Thema des AKAD Forums 2017 „Digitale Transformation = Soziale Revolution? Ökonomische, kulturelle, gesellschaftliche und technologische Perspektiven“ wohl nicht aktueller gewählt werden. Der Titel des diesjährigen Forums spiegelt auch einen entscheidenden Faktor der digitalen Transformation wider: Es geht hier nicht „nur“ um ein wirtschaftlich relevantes Thema, sondern vor allem darum, dass „die digitale Transformation zu massiven Veränderungen der Gesellschaft über alle Schichten“ (Wallmüller 2017, S. 22) hinweg führt. Die Allgegenwärtigkeit des Themas spiegelt sich in Schlagworten wie Social Media, Internet der Dinge, Industrie 4.0 und Big Data (vgl. Kraft und Jung 2017) wider und zeigt deutlich, wie unser Leben bereits von der Digitalisierung beeinflusst wird. Statements wie „Der digitale Wandel schafft Wohlstand“ vom MITSloan-School-of-Management-Professor Erik Brynjolfsson führen beim reflektierten Rezipienten umgehend zur Frage: Für wen? Oder: „Bis zum Ende des Jahrzehnts wird mehr als die Hälfte der Menschheit digital vernetzt leben, lernen und arbeiten“ (vgl. Kraft und Jung 2017). Gut, aber was machen die anderen? Schnell wird klar, dass es sich bei der digitalen Transformation oft um ein von Ideologie getriebenes Thema handelt, welches sich darüber hinaus durch ein breites Interesse der Öffentlichkeit auszeichnet. Während die Digitalisierung für viele von uns bereits allgegenwärtig und zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist, ist sie für andere mit weitreichenden Herausforderungen und Ängsten verbunden (vgl. Kraft und Jung 2017). Dass diese Befürchtungen nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigt unter anderem eine aktuelle Studie (vgl. Rouss 2015) der gefährdetsten Berufsgruppen in der Schweiz, welche aufzeigen konnte, dass Berufe wie z. B. Bürokraft, Fachkräfte, Hilfskräfte aber auch Techniker massive Veränderungen und Beeinträchtigungen durch die digitale Transformation erfahren werden. Einzig akademische Berufe und Führungskräfte können sich gemäß dieser Studie noch eher in Sicherheit wähnen. Dieser Buchbeitrag fokussiert im Speziellen die strategischen Implikationen der digitalen Transformation für Unternehmen unter besonderer Berücksichtigung kultureller Faktoren. Die Integration kultureller Faktoren in diese Überlegung hat selbst einen innovativen Charakter, da hierbei versucht wird, mittels Argumentationsstrukturen aus verschiedenen wissenschaftlichen Fachbereichen eine neue Perspektive auf die Interaktion von digitaler Transformation, Strategie und Kultur zu schaffen. R. Rossberger 21 Dadurch ergibt sich auch, dass dieser Buchbeitrag den Charakter einer Vorüberlegung hat. Sein Zweck ist erfüllt, wenn es gelingt, den Leser zu inspirieren, bisher als bekannt angenommene Sachverhalte in verändertem Licht neu zu überdenken. Hierfür werden in einem ersten Schritt die Begrifflichkeiten digitale Transformation, Strategie und Kultur basierend auf dem aktuellen Stand der Forschung beleuchtet und in ihrer gegenseitigen Interaktion diskutiert. Anschließend wird die Praxis sowohl aus qualitativer Perspektive mittels einer Fallstudie als auch aus quantitativer Seite unter Zuhilfenahme einer aktuellen Untersuchung betrachtet. Basierend auf dieser Betrachtung wird versucht, Implikationen der untersuchten Zusammenhänge und mögliche Lösungsansätze für sich daraus ergebende Probleme und Herausforderungen abzuleiten.