Leadership, Kultur und Persönlichkeit im Kontext von Digitalisierung, New Work und Künstlicher Intelligenz
Konferenz: AKAD Forum 2025


Abstrakt Beitrag
In diesem Beitrag wird untersucht, wie nationale Kultur, Führung und Persönlichkeit mit Innovationsfähigkeit zusammenhängen – insbesondere im Kontext von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz (KI) und New Work (NW/RW). Die Analyse basiert auf der Auswertung mehrerer internationaler Datensätze, darunter die GLOBE-Studie, nationale Persönlichkeitsprofile, der Global Innovation Index sowie spezifische Indikatoren zur KI- und Remote-Readiness. Insgesamt wurden Daten aus bis zu 54 Ländern berücksichtigt. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Bestimmte kulturelle Merkmale – etwa Zukunftsorientierung, Leistungsorientierung, institutioneller Kollektivismus und Unsicherheitsvermeidung – stehen in einem positiven Zusammenhang mit Innovationsfähigkeit, sowohl im klassischen Sinne als auch im Hinblick auf KI und Remote-Arbeit. Gruppenkollektivismus wirkt hingegen eher bremsend. Besonders auffällig ist der Führungsstil: Partizipative Führung fördert Innovation, während teamorientiertes Führen – entgegen verbreiteten Annahmen – in vielen Fällen negativ korreliert, insbesondere mit klassischen und Remote-Innovationsindikatoren. Nationale Persönlichkeitsprofile wie Offenheit oder Verträglichkeit zeigen hingegen keine signifikanten Zusammenhänge. Die geografische Auswertung offenbart deutliche Unterschiede: Europäische Länder weisen meist höhere Werte bei Remote-Readiness auf, während asiatische Länder – vor allem China und Indien – im KI-Bereich besonders stark abschneiden. Diese Unterschiede werfen Fragen nach kultureller Passung, strukturellen Voraussetzungen und strategischer Ausrichtung auf. Der Beitrag macht deutlich: Wer Innovation wirklich verstehen will, muss über Technologie hinausdenken. Es sind kulturelle Praktiken, institutionelle Bedingungen und Führungslogiken, die den Boden für technologische Entwicklung bereiten – oder eben nicht. Innovation entsteht nicht im luftleeren Raum, sondern im Zusammenspiel von Haltung, Struktur und Kontext.
Über die Konferenz
Das AKAD Forum 2025 widmet sich dem Thema „Digitalisierung in Forschung und Lehre“ und richtet sich an Wissenschaftler:innen, Praktiker:innen und Studierende. Im Mittelpunkt stehen der Austausch über innovative Anwendungen, aktuelle Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen im digitalen Bildungs- und Forschungsumfeld.
Ganz im Sinne der Digitalisierung findet die Konferenz innerhalb der virtuellen Welt (TriCAT spaces®) statt, sodass eine Teilnahme komplett ortsunabhängig online möglich ist.
Quellenangabe
Rossberger, Robert Josef (2025): Leadership, Kultur und Persönlichkeit im Kontext von Digitalisierung, New Work und Künstlicher Intelligenz. Internationale und interkulturelle Aspekte. AKAD Forum. AKAD University. Stuttgart – Online, 28.03.2025.
