Kulturelle Orientierungen und Innovation in 41 Ländern: Eine Sekundäranalyse des Zusammenhanges der GLOBE-Dimensionen mit der Landesinnovativität.

Konferenz: . Tagung der Fachgruppe Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, Rostock.

Abstrakt Beitrag

Diese Studie untersucht den Zusammenhang zwischen nationaler Kultur und dem Innovationsniveau von Ländern auf Basis von Daten aus 55 Nationen. Unter Verwendung der GLOBE-Studie (House et al., 2004) und des Global Innovation Index (INSEAD, 2009–2011) wird analysiert, welche kulturellen Dimensionen die nationale Innovativität am stärksten beeinflussen und ob sich spezifische kulturelle Konfigurationen bzw. Cluster von Ländern identifizieren lassen. Die Ergebnisse bestätigen einen signifikanten Zusammenhang zwischen Nationalkultur und Innovationsleistung. Besonders innovationsförderlich sind Kulturen mit niedriger Unsicherheitsvermeidung, geringem Gruppen-Kollektivismus und hoher Humanorientierung. Demgegenüber zeigen Länder mit hoher Unsicherheitsvermeidung, starkem Gruppen-Kollektivismus und niedriger Humanorientierung tendenziell geringere Innovationsraten. Cluster- und Diskriminanzanalysen stützen die Existenz klar unterscheidbarer kultureller Profile, die mit unterschiedlichen Innovationsniveaus korrespondieren. Zugleich wird betont, dass Kultur zwar ein zentraler, jedoch nicht alleiniger Einflussfaktor ist: Innovativität ist multifaktoriell bedingt und erfordert die Berücksichtigung zusätzlicher struktureller und kontextueller Rahmenbedingungen.

Vorwort Tagungsband

Der vorliegende Tagungsband präsentiert die Beiträge zur 7. Tagung der Fachgruppe Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie in der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, die vom 7. bis 9. September 2011 in Rostock stattgefunden hat. Das Interesse an dieser Tagung war enorm groß, aus der großen Zahl eingereichter Beiträge wurden letztlich knapp 400 Vorträge und Poster für die Tagung ausgewählt. An dem Auswahlverfahren der Beiträge waren neben dem Veranstalter die Vertreter der Fachgruppenleitung – Jürgen Wegge, Simone Kauffeld und Sandra Ohly – sowie die Kollegen Gerhard Blicke und Niclas Schaper beteiligt. Durch ihren großen Einsatz haben sie wesentlich zur Sicherung der wissenschaftlichen Qualität der Tagung beigetragen. Die Themen der Beiträge spiegeln den Stand und die Entwicklung unseres Faches wider. Zum einen finden sich die klassischen Themen. Mit Blick auf die Arbeitspsychologie sind das vor allem die Themen Stress und Belastung, wobei mittlerweile der Schwerpunkt auf der Frage der Erhaltung der Gesundheit liegt. In der Organisationspsychologie dominieren Arbeiten zum Thema Führung – speziell mit Fokus auf die transformationale Führung –, Fragen der Eignungsdiagnostik und besonders des Assessment Centers, Studien zum Training von Mitarbeitern, zu Problemen der Arbeitsgruppe und der Innovation in Organisationen. In der Wirtschaftspsychologie sind es in erster Linie Fragen des Konsumentenverhaltens, die eine Konstante der angewandt-psychologischen Forschung bilden. Neben diesen klassischen Themen findet sich aber auch eine Vielzahl aktueller Entwicklungen, die in Arbeitsgruppen und Forschungsreferaten thematisiert werden. In der Arbeitspsychologie zählen dazu Fragen der Automatisierung, der Mensch-Maschine-Interaktion, der virtuellen Teamarbeit oder – mit methodischem Schwerpunkt – dem Data Mining und der prognostischen Modellierung. In der Organisationspsychologie haben die Konsequenzen des demographischen Wandels eine Vielzahl von Forschungen angeregt, die auf der Tagung als Arbeitsgruppen über Lebensalter und Arbeit bzw. als Referategruppen zu den Folgen alternder Belegschaften thematisiert werden. Aber auch neuere wissenschaftliche Konzepte wie das Psychological Ownership, die Aufstiegskompetenz oder das freiwillige Engagement in Wirtschaft und Gesellschaft werden intensiv bearbeitet. Schließlich finden sich auch in der Wirtschaftspsychologie Studien zu sehr aktuellen Themen, unter anderem die wichtigen Forschungen zu den Auswirkungen der Finanzmarktkrise. Die Wirtschaftspsychologie, die seit kurzem den ursprünglichen Namen der Fachgruppe um das „W“ erweitert hat, ist noch mit relativ wenigen Beiträgen vertreten. Diese fügen sich aber bestens in das Programm, sodass zu hoffen ist, dass dieser Bereich unseres Faches künftig ebenso umfangreich vertreten sein wird wie die „Stammbereiche“ Arbeit und Organisation. Als Herausgeber dieses Bandes möchten wir allen Kolleginnen und Kollegen für die Teilnahme an der Tagung und die Präsentation ihrer Forschungen danken. Ein besonderer Dank gilt Carina Bumke für die gelungene grafische Gestaltung des Erscheinungsbildes des Bandes – wie auch der ganzen Tagung – sowie Marie Langhof, Susanne Kansy, Maxi Bergel, Kathleen Kleinhempel, Jonas Vetterick und Pauline Just für die redaktionellen Arbeiten.

Rostock, Juli 2011 Friedemann W. Nerdinger / Susanne Curth

Quellenangabe

Rossberger, R. J., & Krause, D. E. (2011, September). Kulturelle Orientierungen und Innovation in 41 Ländern: Eine Sekundäranalyse des Zusammenhanges der GLOBE-Dimensionen mit der Landesinnovativität. 7. Tagung der Fachgruppe Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, Rostock.